Achtsam bleiben, munter bleiben. Günther, der Treckerfahrer philosophiert über Tücken und Chancen des Corona-Alltags.

Arbeit und Lernen

Moin. Wer hätte das gedacht, dass einem „schulfrei“ mal langweilig werden kann, bestimmt keines von den Blagen, die den ganzen Sommer zuhause rumgehangen haben. Ewig die Eltern umme Füße oder womöglich noch jüngere Geschwister zu quengeln. So gesehen isses gut, dass es wieder losgeht. Und der ganze home schooling Kram is ja auch nich so, dass der nix gebracht hat. Durch den digitalen Unterricht haben die Blagen gelernt, dass nich alles schön is, was aufn Tablet oder im Smartphone läuft. Womöglich is das sogar der heimliche Hintergedanke bei der Digitalisierung des Unterrichts, dass man den Schülern das ewige Rumgeglotze in den Bildschirm leid werden lässt. Jedenfalls nu geht’s wieder los und Lehrer und Schüler müssen sich zusammen überlegen, wie man den Alltag aufe Reihe kriegt. Am besten wär‘s, wenn man den „Unterricht unter erschwerten Bedingungen“ nich als Einschränkung sieht, sondern selbst als Projekt, an dem man was lernen kann. Wie man trotzdem gemeinsam arbeitet, wie man während der Klassenarbeit vom Nebenmann abschreibt, obwohl der zwei Meter weit weg sitzt, alle solche Sachen. Das Gute daran is, dass diese Situation sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer neu is, da is jetzt keiner der Oberbescheidwisser und die andern sind die Doofen – nix da, alle sind über Null gegangen, keiner wusste Bescheid. Das is doch ne Riesenchance, um gemeinsam mit den Lehrern was Neues zu lernen, nich bloß alles über Viren, sondern über den Menschen als Rudelwesen, der nich ohne die andern kann. Das Projekt „Corona-Zeit“ kann fächerübergreifend sogar eins von den interessantesten überhaupt werden. So isser der Niedersachse: „Nich lang schnacken, anpacken.“ Kommt immer drauf an, von wo man auf was draufguckt. Dann kriegt man‘s nich bloß innen Griff, sondern profitiert sogar. Die Schulen kriegen das schon hin, wenn alle mittun, Home Office in der Arbeitswelt hat doch sogar besser geklappt als gedacht. Sogar so dass viele Firmen ihre Mitarbeiter gar nich wiederhaben wollen. Der Irrtum von Seiten der Mitarbeiter war zu Anfang, dass sie dachten, wie geil, muss ich nich jeden Tag ins Büro. Nee, du nich, aber dafür kommt das Büro zu dir ins Haus, zusammen mit deim Chef, der sich mal umkuckt, wie du so lebst als Home Offizier. Außerdem ärgerlich, du hast nich wirklich Dienstschluss und den Kaffee musste auch noch selbst bezahlen. Dafür schmeckt er wenigstens. Ich mache ja seitdem ich arbeite Home Office meist im Schweinstall. Bei allen Fortschritt haben se nämlich noch nich rausgekriegt, wie man digital abmistet. Aber ansonsten das beste am Home Office is, es is schietegal wo du wohnst Hauptsache schnelles Internet. Wohnst du während Corona aber in einem von den beliebten Funklöchern in Niedersachsen, kannste dich da gleich begraben lassen. Insgesamt jedoch is das Landleben gegenüber der Stadt nochmal attraktiver geworden, was für ein Flächenland wie Niedersachsen zwischendurch auch mal ne positive Nachricht ist. Munter bleiben!
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