Achtsam bleiben, munter bleiben. Günther, der Treckerfahrer philosophiert über den Weihnachtsplan .

Der Weihnachtsplan

Moin. Als die neuen Regeln für Weihnachten rausgekommen sind, hab ich mal so mit unser Omma überlegt, wie wir die Feiertage dies Jahr gestalten. Heiligabend is an sich wie immer außer, dass wir nich inne Kirche gehen. Macht aber nix wird ja in Radio übertragen den Gottesdienst. Und damit das vom Gefühl her is wie sonst auch stell ich den alten Grundig-Röhrenradio nach draußen und paar Stühle davor. Da setzen wir beide uns hin und frieren original wie normal auch inne Kirche beim Gottesdienst.

Danach gibs wie sonst auch drinnen Würstchen mit Kartoffelsalat. Ersten Weihnachtstag sitzt Omma dann alleine morgens mit Hut und Mantel draußen vorn Radio, mir isses dann zu kalt.

Die Nachbarn nebenan haben Verwandtschaft noch hinter Osnabrück, da müssen die sonst immer hin ersten Feiertag und jedes Jahr stehen se innen Stau. Dies Jahr is alles besser hat Hermann mir schon gesagt, er setzt sich schön inne Garage in sein Auto, Standheizung an und telefoniert mit seinem Computer die Verwandten ab. So sagt er, wäre er mit den ganzen Besuch inne halbe Stunde durch und hätte den Rest von ersten Feiertag frei und stände vor allem nich aufe Autobahn rum.

Bei uns kommen ja ersten Weihnachtstag hauptsächlich die Diepholzer, das fällt dies Jahr auch aus, müssen wir demnach auch nich groß Kuchen backen und diese ganze Fresserei. Mittags gibs von gestern und zun Kaffee einfach Butterbrot mit Zucker. Dazu gucken wir uns in Fotoalbum Bilders vonne Verwandten an – aber nur in schwarzweiß, damit das vonne Stimmung her besser passt. Ich würd mal sagen, wir sind am Nachmittag dermaßen entspannt wie sonst nie anne Festtage.

Auch wenn man die Verwandten nur auf den alten Fotos sieht, dann denkt man da doch viel netter drüber als wenn die wirklich da wären.

Wenn uns die Flimmerkiste abends nich in Stich lässt und noch was Schönes zeigt, klingt der erste Weihnachtstag sehr harmonisch aus. Am zweiten is man an normalen Jahren ja schon durch mit Weihnachten und freut sich auf den Alltag. Dies Jahr wär’s ganz schlimm geworden: Heiligabend aufn Donnerstag und dann drei Tage hintereinander Feiertag mit zu viel spachteln, rumsitzen und sich aufe Nüsse gehen. Dieses Jahr kann ich ganz in Ruhe zweiten Weihnachtstag die Schweine abmisten und was ich schon lange wollte aber nie die Ruhe zu hatte: inne Kammer anne Diele, die eine Wand tapezieren.

So hätten wir Weihnachten doch ganz in Frieden anne Seite gefeiert – ohne den vielen Stress und die Aufregung. Müsste ich jetzt nich jedes Jahr haben aber mal so zwischendurch isses nich verkehrt – und wenn’s bloß is, dass man mal wieder drüber nachdenkt, was alles nich selbstverständlich is an dem wie man sonst so vor sich hinlebt.

Munter bleiben.

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